Ein langes Wettkampf-Wochenende warf "seine Schatten" weit voraus, denn es gab durch den Veranstalter nur ein Mini-Quartierangebot und kein Massenquartier. Im Hochharz - also in Wildemann oder Umgebung - musste ein Nachtquartier für 2 Nächte gefunden werden... Wir hatten in Seesen Glück und waren - Luftlinie - nicht all zu weit von Wildemann entfernt.... Am Wettkampftag - ich hatte zum Glück eine späte Startzeit - gestaltete sich durch mehrere Straßensperrungen die Anreise zum WKZ schwierig. Das Navi war völlig verwirrt... - und wir standen nach 20 Minuten Fahrzeit wieder am Ortsrand von Seesen... Aber ein Orientierungsläufer weiß sich zu helfen, und so kamen wir auf Umwegen nach Wildemann.
Um Ansammlungen von Wettkämpfern zu vermeiden, gab es keinerlei Aushänge und so sprach sich vieles unter den Läufern herum. Welche Läufer zu Start 1 und welche zu Start 2 mussten, konnte ich erst unterwegs an der Trennung des Anmarschweges erfahren. Dass wir bis zu unserem Vor-Vorstart etwa 20 Minuten brauchen würden, erfuhren wir per Durchsage, und dass vom Vor-Vorstart zum Vorstart (mit Einzeldurchlass) noch einmal 20 Minuten mit Steilanstieg einzuplanen seien...
Für das zu erwartende anspruchsvolle Gelände für die Mittelstrecken-DM war der Startabstand von 4 Minuten sehr gut gewählt! Zu meiner Startzeit 10:38 Uhr war ich pünktlich am Start, Warmlaufen musste ich mich nicht mehr. Und dann kam völlig ausgepumpt Gerrit Krause aus meiner AK80 am Start an. Er hätte schon um 10:22 Uhr starten müssen... Er sollte dann gleich eine Minute nach mir ins Rennen gehen, wogegen ich - selber schon im Vorstartbereich - noch protestieren konnte und auf die Einhaltung der Startabstände hingewiesen habe. 4 Minuten nach mir sollte Günter Gohde planmäßig auf die Strecke geschickt werden...
Mich erwartete eine anspruchsvolle Bahn, die mich immer vor die Entscheidung stellte: Quergang über die Höhe oder um die Höhe herum; Bahnleger Bjarne Friedrichs hatte nur einmal ein kurzes Wege-Angebot in der Bahn. Es hieß Beine heben beim Queren des Blaubeer-Waldes und beim Überqueren der zum Teil sehr großen vom Windbruch geräumten Flächen. Vom Posten 8 dann freier Zieleinlauf..., aber wo war das Ziel??? Da stand noch ein einsamer Postenschirm auf dem Hang, den ich ansteuerte..., aber irgendwie habe ich ein Zielband oder eine Zielfahne erwartet, denn das hatte ich ja am Zieleinlauf nahe des Wettkampfzentrums alles bereits gesehen... Ich stand unschlüssig umher - keine Menschenseele in der Nähe... Dann schlug mir plötzlich Gerrit Krause auf die Schulter und zeigte mir den kleinen Aufdruck "Ziel" auf der Station des letzten Postenständers. Nun wartete noch ein 1,6km-Rückweg ins WKZ auf uns, wo - außer Bahn 12 - alle übrigen Wettkampfklassen einliefen...
Später beim Auslesen der Zeitvergleich: Gerrit war 1:13 min schneller als ich unterwegs und damit Deutscher Meister, war also regelwidrig zwischen mir und Günter Gohde gestartet worden... Ich hätte ja schneller laufen können - und er gestand mir, dass er mich bereits über den riesigen Kahlschlag hinweg zu Posten 2 im Blick hatte...
Am Sonntag ging es erneut in das gleiche Gelände zum Bundesranglistenlauf über die Langdistanz - und ein Fernsehteam des MDR hatte sich angekündigt. Das war dann schon vor dem Lauf belastend, weil das Team Aktivitäten sehen wollte, die man im Fernsehen zeigen kann...
Mit dem Start sollte dann eigentlich schon die Drohne über mir fliegen und mich auf der Pflichtstrecke begleiten; das klappte aber erst auf den letzten Metern...
Bjarne Friedrichs bot wieder eine konditionell und orientierungstechnisch anspruchsvolle Bahn, die jedoch mehr Wege-Angebote hatte als die Meisterschaftsbahn - und für die Wege-Jagd war ich nicht mehr schnell genug. An P4 und vor P5 standen dann Gesamtleiter Detlev Friedrich mit dem Kamera-Team und wollten mich im Wald erleben. Alles lief recht gut für mich , aber an P7 hatte ich dann zwischen alten Wurzelstöcken und vielen Erdhaufen noch eine kurze "Sucheinlage", konnte aber danach dem Lübecker Horst Mevius (H85) noch auf den "rechten Weg" bringen. Dann wartete am Ziel erneut das Fernsehteam und wollte wieder Aktionen sehen... So ging es dann nach dem Wettkampf noch einmal zum "Schaulaufen" vor der Kamera und unter der Drohne an den Rand des Wettkampfgebietes. (Davon hat der Fernsehbeitrag zum Glück nichts gebracht).
Aus den langen Aufnahmen bei mir in der Wohnung und der umfangreichen Aufnahmezeit im Gelände sind dann zwei Übertragungsminuten im Fernsehen geworden...
Mein Dank geht an die Familie Friedrich in Seesen und die vielen ehrenamtlichen Helfer des MTV Seesen, die mir zwei tolle Wettkämpfe beschert haben!
 

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