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Endlich wieder OL - und das bei Super-Sonnenschein, schneefreiem Wald und nur - 2°C! Und dann Freunde treffen, die über Winterläufe im Berliner Raum, in Sachsen oder Starts in Portugal berichteten…

In das kleinen Waldstück - eingegrenzt von Bahnlinien, Autobahn und der Siedlung Wilhelmshorst - hat sich der Bahnleger Marco Jensch des OK Mark Brandenburg bemüht, interessante Bahnen zu zaubern! Deshalb Dank an alle Helfer des Klubs, denn die Zahl der Veranstalter in Mittel-/Ostdeutschland schrumpft, wie die diesjährige Wettkampf-Übersicht im Internet deutlich zeigt!

Auf die Besonderheiten des Wettkampfes - mit Bahnenabschnitten auf der Vorderseite und der Rückseite der Karte - hatte der Veranstalter vorher hingewiesen.

Beim ersten Betrachten meiner Bahn nach dem Start war ich dann doch etwas überrascht, denn gut 900m Luftlinie zum ersten Posten konnten ohne jegliche Orientierungsanforderungen auf Wegen absolviert werden; lediglich die letzten 40 m zum Posten musste ich den Weg verlassen - und der Posten war gut zu sehen. Die nächsten gut 600 m Luftlinie zu P2 waren dann ebenfalls nur weggebunden zu absolvieren - und auch hier wieder nur die letzten 60 m zum gut sichtbaren Posten in den Wald. Dann musste die Kartenrückseite genutzt werden und es gab wirklich Orientierungsaufgaben, dass endlich der Kompass zum Einsatz kam. Hier hatte der Veranstalter den Maßstab 1:5000 verwendet - und beruft sich auf die ISOM 2017: die lässt aber für Lang- und Mittel-OL nur 1:15000 oder 1:10000 zu! Es gab auf der 1:5000-Karte keine zusätzlich eingetragenen Details -- die Originalkarte war einfach nur größer gezogen worden und bot nichts (!) an zusätzlichen Erkenntnissen. Also nun auf 970 m Luftlinie 7 Posten - sehr schön mit Richtungswechsel und wirklicher Feinorientierung (z.B. zum völlig "grünen" Posten 9).
Dann war leider das OL-Erlebnis schon beendet, denn es folgten 1 km Luftlinie zu P10, die ohne Orientierungsleistung hauptsächlich auf der Fahrstraße absolviert werden konnten. Und die letzten 600 m Luftlinie forderten bestenfalls 70 m Quergang bis zum Weg, der dann direkt zum Endposten 11 führte. Der letzte Gag war dann der "offene" Zieleinlauf, denn vom Endposten gab es nur einen Weg, der zum Ziel führte.

Da bleibt zum Schluss die Frage: weshalb fährt ein Orientierer zwischen
75 und 80 Jahren zum OL - nur um von 4,3 km (ausgeschriebener) Luftlinien-Bahn 3,3 km orientierungsarme Rennstrecke zu haben??? Der Bahnleger wird da in Zukunft sicher in den Altersklassen mehr differenzieren müssen! Ich wünsche ihm den Mut dazu!

Übrigens hätten die Posten der Kartenrückseite sehr gut in die 1:10000-Karte gepasst, ohne jegliche Lesbarkeitseinschränkung! Die gleiche Meinung vertrat auch der Sieger der H-55 - und hatte natürlich auch seine eigene Meinung über die 1300 m Luftlinie vom Start bis zum P1 am Galgenberg!

Ergebnisse (USC Magdeburg)
Name Klasse Platz
Veronika Lange D 50- (10) Silber
Sven Behling H 19- K (9) 6
Carsten Behling H 50- (8) Silber
Uwe Böhning H 55- (6) Bronze
Peter Wichmann H 75- (3) Silber
 
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