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logoDas Training am Oberberger See verlief sehr ernüchtend. Im detaillierten, teilweise sehr steilen Gelände mit zahlreichen Steinen und Kuppen fanden wir viele Posten nur mit Mühe. Ein Posten war für uns gänzlich unauffindbar - vielleicht hing er auch falsch oder war weg. Kurz: die Erwartungen wurden arg gedämpft und auf das Minimalziel, alle Posten zu finden, reduziert.

Die ersten OL's fanden direkt in Steinach am Brenner statt. Neben einem Dorfsprint wurden Lauf 2 und 3 auf der Bergeralm ausgetragen.
Schon im Sprint gelang mir kein optimaler Lauf. Trotz zweier Fehler, die mich insgesamt eine Minute kosteten, konnte ich dank einer tollen Laufleistung im Schlussteil noch den Sieg holen. So kann's weitergehen. Und Tatsache: der 2.Lauf als Mitteldistanz wurde mein Highlight in Tirol. Bei deutlich kühlerem Wetter musste im Hanggelände zwischen 2 Forststraßen schnell und sicher mit dem Kompass navigiert werden und natürlich Schritte zählen nicht vergessen. Zum Glück gab es hier nur vereinzelt Steine, die auch als solche erkennbar waren. Der Lohn war der 2.Platz von 48 Startern.

Die Langdistanz am folgenden Tag hatte zwar das gleiche Zielgelände. Allerdings ging es zunächst mit dem Sessellift über die Baumgrenze auf knapp 2000 m Höhe hinauf. War das kalt da oben !!! Meine Hoffnung, dass es nur bergab geht, erfüllte sich natürlich nicht. Der Bahnleger schickte uns erstmal über die mit Alpenrosen, Krüppelkiefern (?) und diversen niedrigen Gewächsen bewachsene offene Fläche kreuz und quer, hoch und runter. Einige grüne Gebiete und die zahlreichen Senken boten zahlreiche Verstecke, die weidlich genutzt wurden. Das extrem schwer zu belaufende Gelände führte dann auch zu sehr langen Laufzeiten, denn so gut wie jeder suchte irgendwann zumindest einen Posten. Mit dem 9.Platz an diesem Tag war ich recht zufrieden, obwohl ich für die 5,2 km mehr als 72 Minuten brauchte.

Nach einem Ruhetag ging es für die beiden letzten Läufe nach Imst, wo uns ein vollkommen anderes Gelände erwartete. Tag 4 stand im Zeichen der von mir gefürchteten Steine und Felsen und dann auch noch Regen bei 11 Grad. Dementsprechend vorsichtig ging ich auf Postensuche. Vielleicht auf Grund der kurzen Postenabstände - ich kam unerwartet gut zurecht. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich auf die 30 Minuten vor mir gestartete 2.deutsche D55-Teilnehmerin auflief. Und na klar: Zu zweit haben wir uns aufeinander verlassen und alles ging schief. Großer Mist: der 10.Platz des Tages und der Abrutsch vom 3. auf den 6.Gesamtplatz war die Folge.
Vor dem Gelände des letzten Tages hatte ich auf Grund des Kartenausschnittes aus dem Programmheft höllischen Respekt. Es ging in einem offenen Wald am Hang entlang, der keine eindeutigen Objekte zur Orientierung bot. Mal kleine offene Flächen, mal etwas schraffiert, aber alles diffus ineinander übergehend. Ein genauer Kompasslauf mit Schritte zählen war mal wieder das Mittel der Wahl. Und es hat super funktioniert. Der zweite Teil der Karte war dann recht deutsch: relativ viele Wege, eindeutige Hügel. Also alles machbar - eigentlich. Wenn da nicht das Unterbewusstsein wäre. Ausgerechnet zum Posten 12 (Wegkreuzung !) lasse ich mich verleiten, direkt zu laufen anstatt den sicheren Weg zu nehmen. Hat mich 8 Minuten gekostet und den Platz auf dem Podium. Schade - da war mehr drin gewesen.

Dennoch war der 5-Tage-OL Tirol eine Reise wert. Sehr entspannt, gut organisiert und äußerst anspruchsvolle OL-Gebiete.
Immerhin 3 Deutsche konnten ihre Altersklasse gewinnen. Neben Birgitt in der D70 gelang das auch Gerhard Horn (H80) und Hannes Heidrich (Robotron Dresden, H35).

Karte 1. TagKarte 2. Tag