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Die durch den Veranstalter OLG Regensburg ins Netz gestellte Geländebeschreibung mit "Felsen, Felswände, Steine und Labyrinthe" sowie die veröffentlichten Geländefotos versprachen Vieles, waren tatsächlich nicht übertrieben und forderten letztendlich beim Orientieren dem Läufer höchste Konzentration ab! Die Läufe am Sonnabend und am Sonntag hatten es wirklich in sich! (Auf keiner meiner bisherigen OL-Karten fand ich eine solche Konzentration von Felsen und Steinen (über 1 m !!))

Für die Kinderklassen und die "reiferen" Jahrgänge hatte der Veranstalter - um die Erkennensprobleme wissend - den Maßstab 1:7500 gewählt. Das gab natürlich unterwegs immer wieder Denksport-Aufgaben bei Umrechnen der Entfernungen (und Widersprüche beim Entfernungsgefühl...)
Mit 2 Minuten Startabstand ging es zur Meisterschaft in den Wald ! Bei mir mit 12 Posten bei 1,9 km Luftlinie.... Davon aber schon 100 m Pflichtstrecke nach dem Start und dann vom vorletzten (!!) Posten bis ins Ziel 300 m Pflichtstrecke (auf der Pflichtstrecke zwischendurch noch der Endposten - ein Novum im OL !). Eigentlich waren alle Posten in Sichtentfernung, aber sie waren unter den Felsen und zwischen den Steinen suchgerecht gut versteckt. Nach der steil ansteigenden Start-Pflichtstrecke schlug das Herz schon durch die Schädeldecke, da war gleich Zwang zur Konzentration angesagt.. Bis zum Posten 7 lief nahezu alles fehlerfrei. Schon am Posten 4 erwarteten mich hilfesuchend fünf der vor mir Gestarteten. Zu P5 dann 75 m mit der Kolonne im Schlepp und mit riesigem Energieaufwand die nächsten 75 m zu P6 -- nur Lemnitzer noch auf Tuchfühlung im Schlepp.... An P7 dann Minimalfehler, aber Lemnitzer los und Heinemann überholt....; dann flott bergab durch den fast "gekehrten" offenen Fichtenwald zu P8. Mitten auf einer Weggabel - aus mehr als 100m Entfernung zu sehen - leuchtet ein Posten ! Konnte nach bisherigem Versteckspiel nicht meiner sein! Also rein ins Dickicht und in die Felsen neben der Wegegabel......, dann endlich mal auf die Postenbeschreibung geschaut und großer Schreck : der Weggabelposten war tatsächlich meiner ! Aber einige Konkurrenten waren bereits vorbei..... Also auf den nächsten 300 m bergab noch einmal alles geben - und Glück an P9. An P10 trafen offensichtlich viele Bahnen zusammen und es gab im Umfeld zwischen den Felsen und -wänden viele "Suchgemeinschaften". Unter mir in der Felswand vermutete ich die Felsenhöhle und "rodelte" auf den schmierig-moosigen Steinen nach unten - wieder Glück und Posten im Höhleneingang -- und ab über die Wiese auf ausgetretenem Pfad zu P11 am Rand einer Ortszufahrtstraße. Dort sperrte (inzwischen ! ) die Feuerwehr die Fahrbahn der gut befahrenen Landstaße zum Ort Süssenbach und gab den Läufern die "Vorfahrt". Inzwischen (!!) hatte der Veranstalter auch die vorgesehene Pflichtstrecke mit Trassierband markiert, denn laut Karte hätte es eigentlich über eine Wiese zum Endposten gehen müssen. Am Ergebnisaushang war in der H75 nur der "bayrische Gemsbock" Dietmar Leuckert schneller als ich - und dann wie immer die Diskussion : was wäre gewesen, wenn der "Weggabel-Fehler" nicht passiert wäre....
Am Abend wie üblich die nervzehrende Siegerehrung für die Deutsche Parktour und die Mitteldistanz-Meisterschaft mit den Reden der Förderer und Unterstützer - und draußen strömte der Regen - vom Himmel und natürlich der Regen im Flussbett hinter der Schule....
Am Sonntag erwartete uns ein ähnliches Gelände am Rande des Ortes Wald zum Bundesranglistenlauf - ebenfalls wieder viele, viele Felsen und anders als am Vortag großflächiger Buchenwald mit stellenweise ausgedehntem Fichten-Unterholz, was auf uns erste Starter den nächtlichen Regen abschüttete... Anfangs lief alles gut, aber im Dickicht am Posten 5 krochen schon zwei vor mir gestartete Läufer umher und suchten verzweifelt den Stein im Dickicht. Kein sehr fairer Posten, zumal es mehr Mini-Lichtungen gab, als auf der Karte ersichtlich.

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